Psychomotorik

"Psychomotorik" als Begriff betont den engen Zusammenhang von Wahrnehmen, Erfahren, Erleben und Handeln.

Die Psychomotorik ist begründet auf Arbeiten des Sportlehrers E.J. Kiphard (Mitte der 50er-Jahre, Übungsbehandlung), Maria Montessori (Sensomotorik), Lesemann und Bartsch (Orthopädische Übungen), Scheiblauer und Charlotte Pfeffer (Rhythmiklehrerinnen, pädagogisch orientiertes Konzept) und bildet eine geschickte Verbindung von Rhythmik, Gymnastik, Turnen und Sinnes-Erziehung.

Die Psychomotorik baut auf der Sensomotorik auf, d.h. auf dem Wahrnehmen bevorzugt im Vor- und Grundschulalter. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen körperlicher und seelischer Entwicklung.

Das Ziel ist nicht, eine bestimmte Bewegung/Übung auszuüben, sondern der Weg dahin.
a) Ich-Kompetenz = Kind lernt seinen Körper im Handeln mit der Umwelt kennen (Ausmaße, Krafteinsatz, Gleichgewicht, Koordination, Ausdauer)
b) Sachkompetenz = Materialerfahrung. Die räumliche, dingliche Welt wird erfahren, erlebt und verarbeitet.
c) Sozialkompetenz = Gemeinsames Handeln wie Absprechen, Planen, Reihenfolge, Sozialerfahrung, Konfliktlösung, Selbstvertrauen, Kommunikation, persönliche Entwicklung

Für das Kind bedeutet das:

  • Nachholen von Bewegungserlebnissen/Erfahrungen
  • Selbstvertrauen entwickeln in geschützter Umgebung
  • Selbstständigkeit erfahren und Ideen umsetzen
  • Abkehr von defizitorientiertem Vorgehen
  • In der Praxis wird dies folgendermaßen umgesetzt:
  • Aufgabenstellung
  • Entwicklung eines Konzepts
  • Ausführung der Idee (Ausdauer, Reihenfolgen)
  • Problemlösung
  • Entwicklung einer Bewegungsaufgabe

Indikationen:

  • Lern- und Verhaltensstörungen
  • Beziehungsstörungen und Aggressivität
  • Motorische und sensorische Auffälligkeiten bei Kindern
  • Ängstliches Verhalten
  • Hyperaktivität (motorische Unruhe)
  • Motivationsmangel
  • Störung der Ausdauer und Konzentration

In unserer Praxis werden zurzeit nur Einzeltherapien durchgeführt.

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